Martin Bruny am Donnerstag, den
13. Mai 2010 um 10:13 · gespeichert in Musical, Wien, Tonträger
Im September 2009 aufgenommen, bearbeitet, gemastered, bearbeitet und nach wie vor nicht am Markt: die Cast-CD des Jim Steinman-Musicals “Tanz der Vampire” in der sogenannten Wiener Fassung von 2009.
Die Vereinigten Bühnen Wien scheinen nun fast selbst nicht mehr an eine baldige Veröffentlichung zu glauben und haben sogar die Möglichkeit der Vorbestellung gestrichen (siehe —> hier)
Was haben wir also zu erwarten? Werden Teile nun neu eingesungen? Wird Krolock getauscht? Gibt es eine Bonus-CD mit einem neuen Grafen?
Aber zurück zu den Fakten: Es gibt derzeit kein fixes Erscheinungsdatum der neuen Cast-CD von “Tanz der Vampire” in der Fasssung von 2009.
Martin Bruny am Mittwoch, den
12. Mai 2010 um 07:47 · gespeichert in Netz, Pop
Er sorgt derzeit im Internet via YouTube für Furore, ein User mit dem Accountnamen “Greyson97″. Nicht (noch nicht) allerdings mit der hier eingebundenen Performance seines sebst komponierten Songs “Broken hearts”, sondern mit einem Cover von Lady Gagas “Paparazzi”. Zu diesem fabulösen Video gehts –> hier
Eine kleine Selbstbeschreibung von Greyson97:
I am very inspired by Lady Gaga and Augustana. Lady Gaga is a freak but she has so much talent and her style of music is what I would like mine to be when im older. Augustana is one of the most underated bands I think ever to step the planet. They have so much talent it is not funny. They have such a good concept with folk and rock. It is very sad that they are so unknown.
Martin Bruny am Mittwoch, den
12. Mai 2010 um 07:27 · gespeichert in Musical, Broadway
Die Berichte mehren sich, dass Green Days’ Musical “American Idiot” in Problemen steckt. Seit mehreren Wochen wird mit einer Auslastung von unter 70 Prozent gespielt. Das mag bei Stage Entertainment Deutschland noch als Erfolg gelten, wie man kürzlich lesen konnte, am Broadway ist man damit auf der Abschussliste - ganz oben.
Castingshows sind im Trend, nach wie vor, keine Frage. Man kann Talentwettbewerbe dieser Art perfekt planen, das passiert meistens in England und in den USA bei Formaten wie “Pop Idol” oder “American Idol”, wo Künstler tatsächlich Karrieren aus ihrer Teilnahme an solchen Shows ziehen können.
Oder man macht es wie der ORF. Da scheitert man zuerst schon mal am Titel für eine neue Sendung dieser Art. Im Hause am Küniglberg hat man ein Konzept am Start mit der Bezeichnung “Helden von morgen”. Bitte? Helden? Das Wort “Held” gibt es heutzutage eigentlich nur mehr in Verwendung a) rückblickend auf die Helden der Geschichte, b) für all die liebgewonnenen Superhelden, angefangen von Spider- über Super- bis X-Men und c) abwertend im Dialekt als “Na ihr seids Helden”. Das Wort könnte vielleicht gerade noch in einem Text von Falco vorkommen, als sarkastische Bezeichnung für eine Loser-Generation, aber ernsthaft, HELDEN? Was soll der Gewinn einer solchen Show sein? Der Titel “Held”? Selten so gelacht. Bekommt man dann Superkräfte und darf die neuen U-Bahnlinien eröffnen? Wird man dann so glorios vom ORF unterstützt wie Oliver Wimmer es derzeit wird, der Gewinner der letzten im ORF gelaufenen Pop-Castingshow? Lange nichts von ihm gehört … zum Beispiel im Radio.
Als Mentoren scheinbar fix: Wolferl Ambros und Rainhard Fendrich. Bitte? Was sollen diese Austropopper der 80er Jahre unseren “Helden” des 21. Jahrhunderts beibringen? Wie man es schafft, NICHT mehr vom einzig relevanten Popsender des Landes, Ö3, gespielt zu werden? Was will uns der ORF damit sagen? Dass die beiden jetzt doch wieder gespielt werden (sollten) und man es sich überlegt hat, doch wieder auch österreichische Popmusik zu spielen, mit deutschsprachigen Texten, außer das ewig gleiche Lied von Herbert Grönemeyer im Wecker? Christina Stürmer, die Vera Russwurm des Austropops? Was will man uns damit sagen? Soll sie den Kandidaten beibringen, wie man mit Nonsens-Texten das Publikum zwei Jahre lang an der Nase herumführen kann und dann in der Versenkung verschwindet? Wie man als österreichische Popsängerin seine Sprachfärbung beinhart abschaben muss, damit man, keine Ahnung, wie ein nicht real existenter Deutscher mit Hybridsprachfärbung klingt, einfach dialektlos - stillos?
TV-Media textet in der jüngsten Ausgabe: “Casting-Start” kommende Woche. Na hoffentlich gibt es bis dahin eine kleine Website, damit unsere “Helden von morgen” rechtzeitig erfahren, wo man sich auf ein erstes Plauscherl mit Ambros, Stürmer und Fendrich treffen kann.
Martin Bruny am Dienstag, den
11. Mai 2010 um 12:31 · gespeichert in Musical, Wien
“Le Avventure Di Pinocchio: Storia Di Un Burattino”, die “Abenteuer des Pinocchio: Geschichte eines Hampelmanns” - dieses Werk des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi (geboren 1826) ist heute ein Klassiker der Jugendliteratur. Es wurde in mehr als 200 Sprachen übersetzt, sehr oft nacherzählt, verändert, weitergeschrieben und bis heute immer wieder in Filmen, Hörspielen, Opern, Musicals und Theaterstücken umgesetzt.
“Pinocchio” wurde im Laufe der Jahre für die Italiener ein Volksheld, ein Symbol der italienischen Kultur, im 20. Jahrhundert schließlich weltweit zu einer der beliebtesten Figuren der Literatur. Der Autor selbst hat den großen Erfolg nicht erlebt (er starb 1890), erst posthum wurde er damit weltberühmt.
Der Anfang aller Abenteuer des hölzernen Straßenjungen erschien am 7. Juli 1881 im “Giornale per i bambini”, einer der ersten Wochenzeitschriften für Kinder in Italien. Für dieses Märchen schöpfte Carlo Collodi in verschiedenen kulturellen und literarischen Wurzeln: in dem alten italienischen Theater mit seiner tragenden Figur des Harlekins, im Reich der Fabeln mit den sprechenden und wie Menschen handelnden Tieren sowie in Volkstraditionen. Zu den Volkstraditionen gehörten u. a. die Marionetten, die von toskanischen Familien als bleibende Abbilder (damals gab es noch keine Fotografien) ihrer verstorbenen Vorfahren, ihrer ausgewanderten Onkel und Tanten und auch von Nachbarn, die auf eine lange, gefährliche Reise gegangen waren, hergestellt wurden.
Das Theater der Jugend zeigt ab dem 20. Mai 2010 eine von Thomas Birkmeir bearbeitete Musicalfassung der beliebten Geschichte in einer Inszenierung von Henry Mason.
Bereits vor 15 Jahren war “Pinocchio” als Musical am Wiener Theater der Jugend zu sehen, damals unter der Regie von Thomas Birkmeir. Die Fassung von damals wurde von Hanry Mason aktualisiert, überarbeitet und mit neuen Liedern angereichert. Kam in der “alten” Version die Musik vom Band, so wird in der Fassung von 2010 eine Live-Band spielen. Jazz-Komponistin Katrin Weber hat die Musik geschrieben, stilistisch an die Tunes der Roaring Twenties angelehnt, Henry Mason, der schon mit dem Musical “Honk” (2008) für das Theater der Jugend einen Erfolg auf die Bühne zauberte, will auch “Pinocchio” zu einem spannenden Abenteuer gestalten.
Handlung
Es ist nicht leicht ein Mensch zu sein. Noch schwerer ist es, einer zu werden, vor allem, wenn man eine Holzpuppe ist. Pinocchio, dem eine Sternschnuppen- und Glücksfee Leben eingehaucht hat, soll seinem »Vater«, dem Sargmacher Geppetto, ein ganz besonderer Sohn werden: pflegeleicht, folgsam, artig und lieb – große Erwartungen für eine unerfahrene Holzpuppe, die begierig darauf ist, die Welt kennen zu lernen.
Da muss ein Babysitter her! Die etwas abgetakelte Showstar-Kakerlake Flibbertigibbit übernimmt dieses Amt mit großer Würde. Doch wie furchtbar schwer ist es, einen vorwitzigen und wissbegierigen Pinocchio zu bändigen! Da ihm seine Neugier immer eine Nasenlänge voraus ist und Fuchs und Kater versprochen haben, mit ihm gemeinsam die Welt zu erobern, nimmt Pinocchio schon bald Reißaus. Und nun ist es an Flibbertigibbit, diese eigenwillige Holzpuppe vor dem Unglück zu retten! Werden sie es schaffen, dem zwielichtigen Zirkusdirektor Malgusto ein Schnippchen zu schlagen? Können sie sich vor dem Kater Stupido und seinem Kompagnon, dem Fuchs Stronzo, in Sicherheit bringen? Sich aus den schauerlichen Klauen des geheimnisvoll-gefährlichen Vergnügungsparadieses befreien? Und wie stellt man es an, aus dem Bauch eines riesigen Wals zu entkommen?
Die wichtigste Frage aber: Wird Pinocchios größte Sehnsucht wahr? Wird er jemals ein richtiger Junge aus Fleisch und Blut?
PINOCCHIO
nach Carlo Collodi
in einer Fassung von Thomas Birkmeir
mit neuen Dialogen und Liedtexten von Henry Mason
Leading Team
Regie: Henry Mason
Choreographie: Ernst Gabriel Vokurek
Bühnenbild: Michaela Mandel
Kostüme: Jan Hax Halama
Musik: Katrin Weber
Musikalische Leitung: Gerald Schuller
Licht: Frank Sobotta
Korrepetition: Stephanie Hacker
Assistenz und Inspizienz: Eva Maria Gsöllpointner
Hospitanz: Florian Pilz
Musiker
Peter Kusen, Robert Pistracher, Bernd T. Rommel und Gerald Schuller
Renaissancetheater, 7, Neubaugasse 36
Aufführungen ab 18. Mai 2010; Premiere am 20. Mai 2010 um 16:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: täglich außer sonntags bis 26. Juni 2010
Martin Bruny am Dienstag, den
11. Mai 2010 um 11:16 · gespeichert in Event-Tipps
27. Mai 2010
20:00
bis
22:00
Szene Wien: MO & die schönste Band von Welt
27.05.2010
BEGINN: 20:00 Uhr
Im Vorjahr feierte Günter «Mo« Mokesch mit vielen Gästen im Rahmen eines einzigarten (Konzert-)Abends in der Szene Wien sein 25jähriges Bühnen-Jubiläum.
Nun kehrt der vielseitige Künstler zurück und präsentiert mit seinen Musikern - «die schönste band von welt« - einen Abend voller «Hits und feinst selektierter Standards«.
Pop, Swing, Klassiker und Neues - dargeboten sehr persönlich, höchst musikalisch und gewohnt professionell.
Martin Bruny am Montag, den
10. Mai 2010 um 14:46 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps
30. Mai 2010
14:30
bis
15:00
Am 30. Mai 2010 findet im Rahmen der Veranstaltung “Wien. Für Dich” ein Musicalkonzert der Vereinigten Bühnen Wien am Wiener Rathausplatz statt. Von 14:30-15:00 Uhr singen Marjan Shaki, Ann Mandrella, Alexander di Capri, Andreas Lichtenberger, Lukas Perman, Andreas Bieber, Gianni Meurer und Fernand Delosch Lieder aus dem Musical “Tanz der Vampire” und der Schlagerrevue “Ich war noch niemals in New York”.
Das Bühnenprogramm der zweitägigen Informationsveranstaltung “Wien. Für dich” im Detail:
Wien. Für Dich.
Datum: 29.5.2010-30.5.2010
Ort: Wiener Rathausplatz
1010 Wien
Klares Wasser, pünktliche Öffis, das modernste Krankenhaus Europas, gepflegte Gärten: Was die Stadt Wien für ihre BürgerInnen leistet, kann man bei der Informationsschau am Rathausplatz sehen. Die große Leistungsschau einer perfekten Stadt.
Samstag, 29. Mai 2010
10.15-11.15 Bujaka
11.20-12.20 Herbstrock
12.50-13.50 Cama
14.00-15.00 Eva K. Anderson
15.00-15.45 Polizei Diensthundeabt.
15.50-16.50 Cardiac Move
17.20-18.20 Luttenberger & Klug
19.00-20.30 Christina Stürmer
Sonntag, 30. Mai 2010
10.00-10.15 Begrüßung
10:15-11:45 Blasmusik Frühschoppen
12:15-13:00 Rondo Vienna
13:15-14:00 Rondo Vienna
14:35-15:05 Vereinigte Bühnen Wien
16.00-17.20 Earth, Wind & Fire
18.00-19.00 Peter Kraus
Martin Bruny am Montag, den
10. Mai 2010 um 14:17 · gespeichert in Netz, TV, Skurriles
Lange haben die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA und die Online-Plattform YouTube verhandelt, nun hat man die Verhandlungen abgebrochen. Insgesamt acht Verwertungsgesellschaften wollen insgesamt rund 600 Videos der von ihnen vertretenen Künstler von YouTube löschen lassen.
Fein, nur zu. Da im TV ja ohnedies eine Sendung nach der anderen heute noch Videoclips spielt, macht das ja gar nichts aus. Selbstverständlich “schloss” sich auch die österreichische GEMA “an”, man wolle nicht tatenlos zusehen, wie das Repertoire der Mitglieder illegal zugänglich gemacht werde.
Fein, nur zu, nun sind die paar Videos, die österreichische Sänger und Bands manchmal noch produzieren und für die es beispielsweise im österreichischen Rundfunk nicht eine einzige Sendung mehr gibt, die als Ausstrahlungsplattform zur Verfügung stünde, auch über YouTube nicht mehr zu sehen - in Deutschland, einem Markt, der nicht ganz unwesentlich ist.
Der Effekt solcher Aktionen: Man blendet sich aus der Wahrnehmung aktueller Musikproduktionen aus. YouTube ist ein wesentlicher Faktor für das Marketing jedes Tonträgers, das mag man bei der GEMA erkennen oder nicht. Vielleicht ist die Zeit nicht so fern, da die von der GEMA vertretenen Organisationen froh sein werden, dafür zahlen zu dürfen, dass YouTube ihre Videos online stellt.
Für seine erste Solo-CD hatte sich Musicaldarsteller Mark Seibert ein feines Konzept ausgedacht: Er wollte seine Lieblings-Popnummern, speziell arrangiert, einspielen. Nun wäre das an sich für einen Musicalsänger nichts Neues. Pop-CDs, Rock-CDs etc. von Musicaldarstellern kennen wir, allerdings in die Charts kommen sie nur bedingt, und wenn der Stil der Interpretationen allzu sehr von dem abdriftet, worauf der betreffende Sänger seine Karriere aufgebaut hat, wird es allzu oft schon gar nichts mit dem angestrebten Erfolg. Selbstverwirklichung ist ein schönes Konzept, aber es gibt auch Darsteller, die mit ihren Tonaufnahmen ein breites Publikum erreichen wollen.
Also hat sich der Musicaldarsteller Mark Seibert schließlich doch dafür entschieden, Musicalsongs aufzunehmen. Musicaldarsteller - Musicalsongs, einfache Sache. Wichtig war es ihm, nicht von Synthesizern begleitet zu werden, sondern echte Musiker an seiner Seite zu haben. Die von ihm ausgewählten Musicalballaden sollten live & unplugged rüberkommen. Bei der Besetzung der Band spielte nicht zuletzt, wo nicht, das Budget eine große Rolle. Orchester wäre nett gewesen, aber die VBW kosten dann doch mehr, als Seibert als Produzent zur Verfügung stand, und wie sollte er sich dann bei Liveauftritten begleiten lassen?
Ein gutes Marketingkonzept - es müssen ja auch Käufer gefunden werden - sind Duettpartner. Am besten Publikumslieblinge. Seibert hat ein paar gute Freunde eingeladen, wie Ana Milva Gomes, Willemijn Verkaik, Lukas Perman und Emma Hunter. Und auch Thomas Borchert ist dabei, ein Kollege, kein Freund, der beim gleichen Management unter Vertrag ist. Der Etablierte hat sich bereiterklärt, dem jungen Padawan mit seinem Namen zur Seite zu stehen. Das ist sympathisch. Jeder Duettpartner bringt potentielle Käufer mit ins Boot, ein Mann wie Borchert ein paar mehr. Das ist, neben dem künstlerischen, eben auch ein simpler kaufmännischer Aspekt.
“She’s like the Wind” ist es dann geworden, das Duett von Mark Seibert mit Thomas Borchert. Und wenn man die CD an internationalen Standards messen wollte, was man eigentlich immer machen sollte, hätte es die Nummer so nie auf eine CD schaffen dürfen. Das liegt nun nicht daran, dass Thomas Borchert und Mark Seibert es nicht zusammenbringen könnten, eine gute Aufnahme des Songs einzusingen, nur unter den gegebenen Umständen wohl dann doch nicht. Wie lief das Ganze ab? Wir versuchen uns das Ganze mal vorzustellen: Zuerst wurde, ganz normal, der Instrumentalpart für die CD eingespielt und aufgenommen, danach kamen die Gesangsparts dran. Seibert sang in Berlin seinen Teil ein, ohne zu wissen, was Borchert zeitversetzt in Wien im MG Sound Studio einsingen würde. Niemand hat dem guten Thomas Borchert, der gern mal mit einer Energie an Lieder rangeht, dass man meinen könnte, er würde am liebsten gleich das Mikro zerbeißen, wohl gesagt, wie man die Nummer anlegen wollte. Vielleicht war das in Wien gar niemandem klar. Interessant wäre es, zu erfahren, was sich die Tontechniker gedacht haben, die für den Endmix verantwortlich waren. Aber das werden wir wohl nie erfahren. Das Interessante ist, dass sich die meisten Rezensenten dieser CD auf das Duett “She’s like the wind” eingeschossen haben, und dass sich alle einig sind, Borchert trage die Schuld. Ich bin da eher der Ansicht, dass man beim Briefing gepatzt hat oder es gar keines gegeben hat, nach dem Motto: “She’s like the wind”, was soll da schon schiefgehen?
Für Sänger ist eines entscheidend, das ist so simpel und doch so schwer: die Songauswahl. Bei Mark Seiberts CD kann man Ansätze einer guten Songauswahl erkennen. So setzt er beispielsweise auf den aktuellen Broadwayhit “Next To Normal”. Für mich wäre eine Songauswahl dann perfekt, wenn sie imstande ist, dem jungen, sehr heutigen Sänger auch ein solches Image zu verleihen. Das wird mit ganz alten Hadern aus der “West Side Story” und mit völlig belanglosem Krempel aus dem Disney-Katalog wie “Aida”, “Hercules” und “Tarzan” schwer klappen. Ein Disney-Faible zu haben, ist eine Sache, aber dann wäre doch ein ganz neuartiger Zugang etwas spannender gewesen.
“Sunset Boulevard” kommt an sich gut interpretiert daher, aber an ein, zwei Stellen etwas unsauber intoniert. Da gibt es zu viele perfekte Aufnahmen am Markt, um das so rauszuschicken. Andere Songs klingen wie maßgeschneidert für Seibert. So passt “Du bist meine Welt” aus Frank Wildhorns “Rudolf” perfekt. Manche Lieder, die man sich vielleicht nicht gerade wünschen würde, wenn man die Wahl gehabt hätte, werden durch den einen oder anderen Duettpartner interessant, so beispielsweise “Moon River”, das Seibert gemeinsam mit Lukas Perman singt. Kein Musicalsong, aber man sollte dieses Duett wohl eher als Bonustrack werten, denn als Bestandteil des CD-Konzepts. Was “Moon River” betrifft, so stelle ich mir den Dialog zwischen Seibert und seinem Produzenten (wobei das dann ein Innerer Monolog gewesen sein müsste) ungefähr so vor:
Seibert: “Und mit dem Lukas sing ich Moon River, eine unserer Lieblingsnummern.”
Produzent: “Kommts Burschn, das is nicht euer Ernst.”
Es mag sicher einen netten Insider geben, warum “Moon River” auf dieser CD gelandet ist, ganz verständlich ist eine solche Songauswahl nicht. Interpretiert ist das Lied sehr schön. Auch da dürften die beiden Sänger nicht im selben Studio eingesungen haben, aber im Gegensatz zu Thomas Borchert hat Lukas Perman wohl nicht den Drang, Duettpartner einfach umzublasen.
Das Schlimmste dieser Produktion: die Arrangements. Je länger man sich in die Songs dieser CD vertieft, desto stärker gelangt man zu der Überzeugung, dass es sich dabei eigentlich ebenso um eine Debüt-CD des Violinisten Martin Funda handeln könnte, der sich für dieses Projekt ein paar Sänger ins Studio geholt hat. Die Violine ist zu dominant, das Cello ebenso. Beispiel: “She’s like the wind”. Wenn diese Aufnahme überhaupt eine gewisse Spannung erreicht, dann ausschließlich durch die Kraft, die Thomas Borchert in das Lied bringt, während rund um die Stimmen ein esoterisch angehauchtes Geigerl herumplätschert. Vielleicht hat Thomas Borchert das ja dermaßen genervt, dass er mit Absicht ein wenig zu viel Drive in seine Darbietung gelegt hat. Auch bei “No One But You” kann niemand sagen, was das beständige, fast ein wenig flat klingende Geigerl andauernd soll. Schlimmstes Beispiel: “Gethsemane”. Während Seibert eine überzeugende Gesangsleistung bietet, ist man beim Geigerl ratlos. Was ist dem Arrangeur da eingefallen? Fast hat man vor Augen, wie Jesus am Kreuz noch “Komm, Zigan, komm, Zigan, spiel mir was” ruft, so sehr lenkt dieses sinnlose Gestreiche vom eigentlichen Lied ab. Lied für Lied dasselbe Trauerspiel. Kaum klingt ein Arrangement wirklich gut, wie bei “Du bist meine Welt”, fängt ein unverständlich dominant reingemischter Geigenpart die Stimmung ab. Die Sänger müssen teilweise fast um ihr Leben singen.
Eine kleine Bemerkung zum Cover: völlig einfallslos, das Foto völlig belanglos, nicht sympathisch, nicht gewinnend. Nehmt doch Leute vom Fach für solche Shootings. Eine CD verkauft sich auch durchs Cover. Mark Seibert schaut auf seiner ersten Solo-CD in Schwarz und Weiß getränkt in die Vergangenheit. Was für eine verquere Aussage, was für ein schlechtes Image, auch im wortwörtlichen Sinne.
Fazit: Trotz allem eine gelungene CD, seit 23. April 2010 auch über MG-Sound Music Supply in Österreich erhältlich.
Mark Seibert: Musicalballads - Unplugged [2010]
Label: som
Ean: 4260182940044
Catalogue: somcd 045
PC: MG 250
Packaging: CD
Release: 23.04.2010
Tracks
01. You‘ll Be In My Heart (Disney‘s Tarzan)
02. No One But You (We Will Rock You)
03. She’s Like The Wind (Dirty Dancing) mit Thomas Borchert
04. Maria (West Side Story)
05. Solang ich Dich hab (Wicked - Die Hexen von Oz) mit Willemijn Verkaik
06. Sunset Boulevard (Sunset Boulevard)
07. I Will Be There (The Count Of Monte Cristo) mit Willemijn Verkaik
08. Go The Distance (Disney‘s Hercules)
09. Durch das Dunkel der Welt (Aida) mit Ana Milva Gomes
10. Gethsemane (Jesus Christ Superstar)
11. Du bist meine Welt (Rudolf - Affaire Mayerling) mit Ana Milva Gomes
12. A Light In The Dark (Next To Normal) mit Emma Hunter
13. Moon River (Breakfast at Tiffany‘s) mit Lukas Perman
Credits
Arrangements & Musikalische Leitung: Markus Syperek
Violine: Martin Funda
Cello: Jonathan Weigle
Bass: Guido Großmann
Drums, Percussion: Benjamin Ulrich
Gitarre: Greg Dinunzi
Piano: Markus Syperek
Vocal Coach: Christian Schleicher
Recording: Marcus Gorstein, Playground Records, Berlin
Mix: Martin “Atomic” Bohm, MG Sound Studios Wien
Mastering: Werner Weitschacher, MG Sound Studios Wien
Aufgenommen am 2., 3., 7., 8., 9. und 10. November in Berlin
Fotos: Karim Khawatmi, www.ilight-photography.com
Artwork: Sascha Oliver Bauer
Produced by: Mark Seibert
Seit der Spielzeit 2009/10 gibt es im Burgtheater ein umfangreiches Programm speziell für Kinder und Jugendliche! Die sogenannte Junge Burg bietet allen, die vom Theater träumen, vielfältige Möglichkeiten, erste Erfahrungen zu sammeln. Ob auf der Bühne oder im Zuschauerraum, das Angebot reicht vom Blick hinter die Kulissen über intensive Wochenendworkshops bis hin zu selbstständig erarbeiteten Theateraufführungen. Der Lusterboden unter der Kuppel des Burgtheaters wurde ab September 2009 Basislager und Schauspiellabor der Jungen Burg. Von hier aus starteten spannende Exkursionen in die Welt des Theaters, ob allein oder in der Gruppe.
Eine Schiene der Jungen Burg: die SchauSpielBar, die schon bald aufgrund des großen Erfolgs vom Vestibül der Burg ins Kasino übersiedelte. Anfänger oder Fortgeschrittene, alle sind willkommen. Der Eintritt ist frei, und ab 20.30 Uhr können junge Menschen ab 16 Jahren zeigen, was für Talente in ihnen stecken. Alle, die sich trauen, haben hier die Gelegenheit, die Bühne zu erobern. Gesang, Musik, ein Sketch, Gedichte – alles ist möglich. Ab 23 Uhr wird dann das Kasino gerockt. Der nächste Termin ist der 29. Mai 2010.
Was ist die SchauSpielBar?
â— OpenStage einerseits
â— Bar andererseits
â— Danach Party
Warum man da hingeht?
â— Um zu zeigen, wie viele Talente man hat, dass man der geborene Stand-up-Comedian, Rapper, Schauspieler, Musiker etc. ist – und das alles ganz ohne nervige Jury à la Dieter Bohlen oder Heidi Klum. Gewertet wird der Einsatz lediglich mit viel Applaus
â— Oder um den geborenen Stand-up-Comedians, Rappern etc. zuzusehen und zu applaudieren
â— Um zu plaudern, einen chilligen Abend mit Gleichgesinnten zu verbringen und später richtig abzurocken
â— Eintritt kostenlos, Unterhaltungswert unbezahlbar
â— Coole Atmo, heiße Mucke
â— Zuschauen, anschauen und anschauen lassen
â— Barbetrieb: kühles Coke und Bier zu heißen Preisen
Muss ich mich anmelden für
â— Party machen? Nein!
â— Zuschauen? Nein!
â— Spontanbeiträge? Nein!
â— Beiträge mit Soundcheck etc.? Ja!: junge.burg@burgtheater.at/Tel: 01 51444-4494