Archiv - Juni, 2011
Und täglich grüßt das Murmeltier: Der ORF sinniert mal wieder über Musicalsubventionen
Als würde es kein anderes Thema geben, bringt der ORF gebetsmühlenartig alle paar Monate das Thema Musicalsubventionen ins Gespräch und macht sich damit zum verlängerten Arm einer eingeschworenen politischen Opposition.
Es sitzen immer nur wenige Menschen an den entscheidenden Stellen, die für die Themenauswahl verantwortlich sind. Wie wärs mit einem Feature über den Background und die Beweggründe jener Redakteure, die sich diesem Thema, das einen Neuigkeitswert wie ein “Österreich” von heute morgen hat, widmen.
Wer also die neuesten Erkenntnisse des ORF dazu hören möchte: –> hier gehts zum “Kulturjournal”: Thema “Wie viel Geld brauchen Musicals”.
Nächstes Thema vielleicht: Wie viel Fett braucht a ordentliche Wurscht oder Wie deppat muas a Voitrottel sein?
Link
ORF: Wie viel Geld brauchen Musicals
Aufnahmeaudition am Performing Center Austria: TV-Doku online
Der Fernsehsender W 24 war bei der Aufnahmeaudition der Wiener Musicalschule Performing Center Austria für das kommende Ausbildungsjahr mit dabei. Nun ist eine rund zwölfminütige Doku über diese Audition online. Zu sehen sind nicht nur Szenen des Castings, sondern auch Interviews mit Barbara Schmid, einer Absolventin des PCA, und Lukas Perman, der seine Ausbildung an der Konservatorium Wien Privatuniversität absolviert hat. Beide spielen derzeit am Wiener Ronacher in “Tanz der Vampire”.
Zum Video gehts –> hier.
Fulda/”Die Päpstin”: Bischof Algermissen legt nach: “dummer, saudummer literarischer Stoff”
Keine Ruhe mehr scheint Bischof Heinz Josef Algermissen aus Fulda zu finden. Brachte er seine Meinung schon vor einiger Zeit recht deutlich auf den Punkt (siehe –> hier), legt er nun in einem Interview mit Osthessen-TV noch deutlicher nach:
Es ist ein dummer, saudummer literarischer Stoff. Und dass man das jetzt so hier in Fulda grade, nur weil da so ein paar Seiten in Fulda spielen, aus diesem Roman, uraufführt, in Fulda uraufführt, ist eine Geschmacksfrage. Es ist eine frivole Geschichte, die so nicht stattgefunden hat. Das wissen Historiker allesamt, und sie wird trotzdem aufgeführt. Und manche Leute, die die Glaubenssubstanz verloren haben, glauben das dann. Das ärgert mich natürlich. Hätten wir mit gläubigen Menschen allesamt zu tun, dann würd ich sagen, lasst es doch laufen. Vielleicht freuen sich viele nur an der Musik, aber der Stoff ist Unsinn.
Die Musik, hab ich noch nicht gehört, kann ganz schön sein, der Stoff ist ein frivoler Unsinn.
Zum Video gehts –> hier.
Renà© Rumpolds “Kaiser Franz Josef”-Musical exhumiert! Eine kaiserliche Geschichte!
| 24. Juni 2011 | ||
| 20:00 | bis | 22:00 |

Es gab einmal vor Jahren den Plan, ein “Kaiser Franz Josef”-Musical aufzuführen, aus der Feder von Renà© Rumpold und Frizz Fischer. Die Weltwirtschaftskrise oder eine andere Krise machten dem allerdings einen Strich durch die Rechnung (siehe –> hier).
Doch Totgesagte leben länger. Im Wiener “Bar & Co” in der Drachengasse ist am 24. und 25. Juni 2011 jeweils ab 20 Uhr die Show “Eine kaiserliche Geschichte” zu sehen, eine Produktion der Sunrise Studios, dem Konservatorium für Schauspiel, Tanz und Gesang.
Der Musical-Abend basiert auf dem Stück »Kaiser Franz Josef - Das Musical« der Sunrise-Dozenten Renà© Rumpold (Buch) und Frizz Fischer (Musik). Das Stück wurde von Sunrise-Dozentin à…sa Elmgren für die Sunrise Studios bearbeitet.
Kurzinhalt
Eine kaiserliche Geschichte – 50 Jahre aus dem Leben des Kaisers Franz Josef. Eine Vorstellung über Liebe, Hoffnung, Glück, Enttäuschung, Verzweiflung, Mord und Trauer.
Leading Team
Lieder: Frizz Fischer, Nils-Petter Ankarblom
Texte: Renà© Rumpold, à…sa Elmgren
Regie, Ausstattung und Abendspielleitung: à…sa Elmgren
Musikalische Leitung, Einstudierung und Klavierbegleitung: Frizz Fischer
Cast
Tobias König: Kaiser Franz Josef (jung)
Max Berger: Kaiser Franz Josef (alt)
Rafael Weissengruber: Kronprinz Rudolf
Sabine Schmidt: Erzherzogin Sophie
Jasmina Fridl: Kaiserin Elisabeth (jung)
Verena Sigl: Kaiserin Elisabeth (erwachsen)
Mira Ihà¡sz: Prinzessin Marie Valerie
Felicitas Otto: Katharina Schratt
Daniela Deutsch: Gräfin Marie Festetics
Ursina Kreis: Gräfin Emma Emo-Capodilista
Manuela Wieninger: Kronprinzessin Stephanie
Nicole Gerzabek: Baronin Mary Vetsera
Nähere Infos –> hier.
Wien: “Tanz der Vampire” - die Dernià¨re
Die Wiener Produktion von “Tanz der Vampire” wird mit der Dernià¨re am 25. Juni 2011 ihr Ende finden. Wie in Wien seit einigen wenigen Jahren bei den VBW üblich, befindet sich diese letzte Vorstellung einer Produktion nicht im Verkauf. Schon öfter gab es, so hört man, den Willen, den letzten Vorhang als reine Marketingparty zu feiern, die Tickets an ausgewählte Gäste und Partner zu vergeben. Hat bis jetzt nicht so wirklich geklappt, aber vielleicht ja diesmal.
Die “Fans” bekommen ihren Anteil heutzutage via Facebook (LINK). Da dürfen sie sich wie infantile Gören ausdenken, was Krolock nach dem letzten Vorhang wohl macht. Manchmal fragt man sich wirklich, wer hier als Zielgruppe definiert wurde. Wie doof muss man sein, um noch ins Musical zu dürfen?
Ein Theater lebt von seinen Besuchern, die VBW leben von ihren Besuchern. Keine Sorge, man wird es schaffen, auch noch den letzten Hardcore-Fan endgültig zu verlieren, denn so viele Megaseller wie “Tanz der Vampire” gibt es nicht, und es wird sich herausstellen, ob singende Nonnen im Zeitalter des Kirchenaustritts die Massen anlocken werden.
Eine Dernià¨re gehört in den Verkauf!
Peter Kern über “Marketing” am Theater
Der österreichische Schauspieler Peter Kern in der FAZ, vor ein paar Wochen:
Seit drei Wochen probe ich in Frank Wedekinds »Lulu« den Dr. Goll, Lulus ersten Ehemann, am Burgtheater unter der Regie von Jan Bosse. Tagelang warte ich auf den Anruf des Intendanten, dass er sich freut, mich am Burgtheater begrüßen zu können; oder zumindest, dass er es nicht verhindern konnte. Selbst bei der Müllabfuhr kommt einmal der Chef vorbei. Auch ich möchte von seiner Liebe getragen werden. »Das können Sie an diesem Haus nicht erwarten«, hörte ich aus der Direktion. Ich habe mich dann mit einem Werbespot des Intendanten für Meinl-Kaffee getröstet und mir gedacht, ihr sollt euer Marketing haben. Daraufhin stand in meinem Vertrag: »Öffentlichkeitswirksame Stellungnahmen und Äußerungen zur Produktion ,Lulu’ und zum Burgtheater seitens des Vertragspartners (Peter Kern) dürfen erst nach Abstimmung mit dem Regisseur und der Direktion veröffentlicht werden.« [FAZ]
Der Fokus sollte bei diesem Zitat auf dem letzten Satz liegen, handelt es sich dabei doch um ein Vorgehen am Theater, das alles andere als unüblich ist. Marketing hat konkordiert stattzufinden - oder eben gar nicht. Und was heutzutage nicht alles Marketing ist. Spielt man beispielsweise einen Fischer in einem Stück über was auch immer und meint man in einem nicht abgesegneten Interview, XXXX-Fischstäbchen seien der größte Dreck auf Gottes Erdboden, was könnte da am Ende für wirtschaftlicher Schaden entstehen, wenn XXXX vielleicht gar Sponsor des Theaters ist. Heutzutage muss man Rücksicht nehmen. Armes Theater.
“Spielplan Deutschland” - die Bühnensimultanschau
“Spielplan Deutschland” - hinter diesem Namen verbergen sich zwei ganz unterschiedliche, aber doch eng verbundene Projekte.
Eines davon ist rein webbasiert und möchte als Recherchewerkzeug allen am Theater Deutschlands Interessierten einen Überblick über die Spielpläne der staatlichen Theater (private Theater sind ausgeklammert) bieten. Auf einer kulturellen Landkarte findet man die Visualisierung der Spielpläne aller deutschen staatlichen Theater - so ist leicht erkennbar, welche Stücke an einem bestimmten Tag in welchen Theatern auf dem Spielplan stehen.
“Spielplan Deutschland” ist aber auch eine Bühnenveranstaltung, die seit 2007 in jährlich neuen Folgen herauskommt. Diese Show besteht aus:
1. Ausschnitten aus den Spielzeitheften der Theater – meist aus den Vorworten
2. Zitaten aus den tagesaktuell laufenden Stücken der Theater oder aus den Premierenstücken der Theater
3. Auffindungen aus der allgemeinen Recherche zum Zustand der deutschen Theaterlandschaft
Das Konzept der Show:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater und alle Stücke, die an diesem Abend in den Theatern öffentlicher Trägerschaft zwischen Aachen und Zittau zu sehen sind, werden Ihnen gezeigt. Schauspieler und Musiker springen von Genre zu Genre, Stadt zu Stadt, Inszenierung zu Inszenierung. Die ganze prächtige Gemengelage zwischen Klassikern, Uraufführungen, Liederabenden, Bürgerbühnen und Kassenschlagern wird tagesaktuell präsentiert: eine kulturelle Roadmap in schnellen Schnitten, Bruchstücken, Überblendungen – Wahnsinn eben.
Die nächsten Spieltermine der Show “Spielplan Deutschland”:
28., 29. Oktober 2011: Theaterdiscounter Berlin
4., 5. November 2011: Landungsbrücken Frankfurt
19. November 2011: Volkstheater Rostock
30. November, 1. Dezember 2011: Schaubühne Lindenfels in Leipzig
9., 10. Dezember 2011: Schauspielhaus Hamburg
Link
- Spielplan Deutschland
Webtipp: Henric Wiethegers “BlitZlides”
“BlitZlide” nennt Henric Wietheger seine Form der audiovisuellen Präsentation von Themen, Menschen und Ideen - eine Abwandlung der bekannten Audioslideshows, aber knapper, impulsiver; eine emotionale Verbindung von Fotografie und Sound.
Einige Beispiele finden sich im Weblog des jungen Journalisten –> hier.




