Martin Bruny am Donnerstag, den
21. April 2011 um 09:57 · gespeichert in Musical
Rainer Mennicken, Intendant des Linzer Landestheaters, kündigte dieser Tage eine “Musical-Initiative” seines Hauses an. Mit Eröffnung des neuen Musiktheaters 2013 möchte man vier Musicalproduktionen pro Saison am Spielplan haben.
Geschaffen wird dafür ab 2013 eine Musicalcompagnie unter der Leitung des designierten Musical-Chefs Matthias Davids. Weiters geplant: Kooperationen, unter anderem mit der Anton Bruckner Universität, wo man nun daran denkt, einen eigenen Musical-Ausbildungszweig zu installieren, mit dem Landesmusikschulwerk und der MusicalTheaterAcademy Puchenau.
Musicals möchte man nicht nur im neuen Musiktheater spielen, auch im Großen Haus und in den Kammerspielen soll produziert werden, unter anderem Shows für Kinder.
Martin Bruny am Dienstag, den
19. April 2011 um 01:44 · gespeichert in Rezensionen, Theater, 2011
Nicht zuletzt aufgrund von Kooperationen konnte das Performing Center Austria, eine der führenden Musicalschulen Wiens, im aktuellen Studienjahr gleich zwei österreichische Erstaufführungen auf die Bühne bringen. Im Vorjahr war das in der Halle F der Wiener Stadthalle das Tanzmusical “Camp Rock”, für das man externes Marketing-Know-how (Marika Lichter), den Disney-Touch und das Finanzpotential der Wien-Holding bündelte. Herausgekommen ist eine kraftvolle, mitreißende Tanzshow, mit schwachen Schauspielszenen. Da ist es wie mit der Henne und dem Ei. Ja, das Buch war vermutlich nicht besser oder schlechter, als es umgesetzt wurde, aber letztendlich zählt, was auf der Bühne stattfindet, und gerade junge Leute benötigen im Schauspiel Führung, die sie nicht wie Pennäler auf einer so großen Bühne aussehen lässt. Das ist alles machbar, aber lassen wir das Vorjahr Vorjahr sein. Sollte es zu einer weiteren Aufführungsserie kommen, wird man sicher noch einmal an der Natürlichkeit der Schauspielszenen arbeiten, schließlich weiß man, für wen man produziert.
Am 6. und 7. April diesen Jahres schließlich zeigte die Performing Academy, so nennt Alexander Tinodi die Kaderabteilung des Performing Center Austria, aus deren Absolventen zukünftige Musicalstars werden sollen, “Seussical”, ein Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Text). Die Show hat eine Produktionsgeschichte, die fast ebenso interessant wie die Show selbst ist. “Seussical” startete in die Aufführungsphase mit einem Workshop in Toronto, mit Tryouts in Boston und schließlich den Previews in New York.
Die Tryouts im Sommer 2000 in Boston gerieten zum Desaster, auch am Broadway selbst verliefen die Previews alles andere als erfolgversprechend. Show Doctors versuchten zu retten, was zu retten war, einzelne Previews wurden gecancelt, den Premierentermin musste man mehrmals verschieben. Die Kostümdesignerin wechselte man bereits bei den Tryouts aus, auch den Regisseur und den Bühnenbildner tauschte man. Lieder wurden gestrichen, Texte geändert. Und schließlich hatte man sich auch noch mit Begrifflichkeiten herumzuschlagen, denn “Seussical” wurde eher als “Revue” denn als Musical rezipiert.
Größter Kritikpunkt: “Seussical” ist definitiv eine Show, in die fast mit Gewalt so viele Charaktere wie möglich des amerikanischen Märchenerzählers Dr. Seuss (Theodore Geisel) gequetscht wurden. Als die Show am 30. November 2000 schließlich seine Broadwaypremiere feierte, waren die Kritiken durchsetzt. Die New York Times bezeichnete das Musical als “flavorless broth”.
Die Rettung nahte in Form der Ulknudel Rosie O’Donnell. Als Gastgeberin einer phänomenal erfolgreichen Talkshow der damaligen Zeit outete sie sich als Fan des Musicals, platzierte prominent Poster mit Szenen aus der Show im Studio - und übernahm schließlich die Hauptrolle im Musical selbst: Sie spielte den Erzähler, “Cat in the Hat” - für vier Wochen. In diesen vier Wochen war das Haus ausverkauft, klare Sache, und als Rosie fort war, castete man Aaron Carter, den jüngeren Bruder des “Backstreet Boys”-Sängers Nick Carter als “JoJo”. Das alles half für eine gewisse Zeitspanne, den Ticketverkauf anzukurbeln, doch nach 198 Vorstellungen war Schluss.
Und doch, Broadway ist die eine Sache, der wirkliche Erfolg eines Musicals wird aber nicht immer am Broadway entschieden. Ja, die amerikanischen Broadwayexperten mögen ihren Kanon danach ausrichten, wer den Längsten am Broadway hat: die meistbesuchte Show, die Show mit den höchsten Einspielergebnissen, den besten Kritiken. Doch “Seussical” schaffte es seit seiner Broadwaypremiere im Jahr 2000 eines der meistgespielten Musicals in Amerika zu werden - und zwar an Schulen. Die Top 10 der meistgespielten Musicals an Highschools im Jahre 2007:
01. Little Shop of Horrors
02. Seussical, the Musical
03. Thoroughly Modern Millie
04. Beauty and the Beast
05. Disney’s High School Musical
06. Grease
07. Fiddler on the Roof
08. Bye Bye Birdie, Oklahoma! (ex aequo)
08. Anything Goes, Guys and Dolls (ex aequo)
(Quelle: Educational Theatre Association)
So gesehen war also die Wahl des Perfoming Center Austria goldrichtig, “Seussical” zur Aufführung zu bringen. Es gibt von der Show eine Unzahl an Versionen, die in Länge, Anzahl der Lieder, Arrangements etc. variieren. Im Akzent kam eine der gekürzten Versionen zum Zug, zusätzlich noch auf die Bedürfnisse der Performing Academy abgestimmt.
Etwas verwirrend mag der Sprachenmix gewesen sein. Teile der wenigen Sprechtexte wurden im englischen Original belassen, andere Teile wurden ins Deutsche übersetzt. Das macht aber doch Sinn, da gerade dieses Stück von den Texten und ihrer Komposition, ihrem Versmaß leben. Natürlich hätte man dann eine durchwegs klare und deutliche Aussprache erwartet.
Besetzt wurden die Hauptrollen mit dem Abschlussjahrgang der Performing Academy, also dem 3. Jahrgang. Das war das Finalprojekt der Studenten, unterstützt wurden sie dabei vom 1. und 2. Jahrgang. Hervorstechend aus der Cast: Michael Höfner als Horton, der Elefant. Geradezu eine Idealbesetzung, die beweist, wie wichtig es für einen Musicaldarsteller ist, die richtigen Rollen zu wählen, wählen zu dürfen (oder in diesem Fall wohl einfach richtig besetzt zu werden). Ohne dabei noch einmal ausführlicher auf “Camp Rock” eingehen zu wollen, in “Seussical” war Höfner all das, was die Rolle verlangt, auf eine natürliche, gewinnende Weise, glaubhaft, ohne gekünstelt zu wirken. Zwischentöne, Mimik, Timing, sehr schön, und immer klar verständlich.
Astrid Gollob konnte als JoJo (am Broadway unter anderem von Aaron Carter gespielt) all das an Burschikosem herausholen, was sie in sich hat, und erledigte das sehr gut. War es für sie eine “ideale Rolle”? Nein.
Ganz starke Momente hatte Anna Carina Buchegger als Cindy Lou Who/1st Bird. Da war ganz deutlich das zu sehen, was Rita Sereinig kürzlich in einem Interview als die wesentlichen Qualitäten eines Musicaldarstellers angesprochen hat: Authentizität, ein gewisses Strahlen und Persönlichkeit. Ganz viel Strahlen war da zu sehen.
Das Staging der Songs war großteils sehr bühnenwirksam, eine funkelnde Stepnummer, eine sehr gefühlvolle, auch sehr schön choreographierte und ausgeleuchtete Tanznummer von Peter Knauder, auch er ein “Strahler”, und Eva Prenner, da hielt sich die Anzahl der weniger ausgestalteten Szenen in einem sehr engen Rahmen.
“Seussical” bleibt natürlich eine Show, in der jede Menge Handlungsstränge etwas unglücklich verwoben sind, ob alle Rollen tatsächlich gut besetzt wurden, die Frage sollte man nicht stellen. Es gibt wohl keine Show, die zehn Studenten eines Jahrgangs die gleiche Möglichkeit bietet, ihr Können besonders eindrucksvoll zu demonstrieren. Insgesamt war “Seussical” die beste Lösung für eine Musicalschule, das zu zeigen, was der Gegenstand der Ausbildung ist: ein “Musical”, keine Revue, in der man es vielleicht einfacher gehabt hätte, auch das Strahlen, das die anderen Studenten auszeichnet, zu demonstrieren. Und als Ensemble waren sie alle eine starke Einheit.
Ein kleines Problem hatte ich persönlich mit einigen der Kostüme, aber das war immer schon ein Problem der Show. Einerseits unterstützen die Kostüme, gerade bei einem Stoff dieser Art, nur die Phantasie der Besucher, andererseits wirken sie, wenn sie sagen wir etwas plump sind, hemmend auf die Phantasie. Bis ich realisiert hatte, warum das Kleid des Kängurus deswegen so aussah, wie es eben ausgesehen hat, war ich auf dem Heimweg. Es hat in meinem Fall die Performance von Jasmin Andergassen nicht gestützt, sondern gestört, davon abgelenkt. Anderen Besuchern mag es anders ergangen sein. Ein Großteil der Kostüme war aber zweckerfüllend.
Lichtdesign, Bühne, Projektionen großartig, liebevoll die Gestaltung des Programmhefts, der Werbesujets, da spielt auch Leidenschaft und Hingabe, neben Können, eine Rolle, und das ist immer schön zu beobachten.
Ich persönlich habe Jakob Semotan vermisst in der Show, einen Studenten des 2. Jahrgangs, der viele Jahre schon im Rahmen von Shows des Performing Center Austria auftritt. “Seussical” wäre ein Musical wie geschaffen für ihn gewesen. So aber sollte man zumindest auf ein Konzert hinweisen, das er demnächst mit seiner Band, den “Austerities”, am Dienstag, den 3. Mai 2011 im Wiener Lokal B72 (Hernalser Gürtelbogen 72-73, 1080 Wien) von 23 bis 23:45 Uhr geben wird.
Leading Team
Regie/Künstlerische Gesamtkonzeption: Rita Sereinig
Buchadaption/Zwischenmonologe: Rita Sereinig
Musikalische Leitung: Marie Landreth
Choreographien: Sabine Arthold/Susi Rietz/Rita Sereinig
Stagings: Rita Sereinig
Dance Captain: Franziska Fröhlich
“Flight Captain”: Anna Carina Buchegger
Probenkoordination: Eva Tatzber
Kostüme & Requisiten: Gabi Tinodi
Creative Paintings: Thomas Poms
Bühnenbild: Sandor Coti
Licht: Gerhard Scherer
Audiobearbeitung/Videoinstallationen: Tom Debelke
Bühnenmeister: Manfred Puder
Ton/Projektionen: Tibor Barkocy
Executive Producer: PCA - Alexander Tinodi
Cast
Jeaninne Allieri: Mayzie LaBird
Jasmin Andergassen: Sour Kangaroo
Anna Carina Buchegger: Cindy Lou Who/1st Bird
Astrid Gollob: JoJo
Markus Hareter: The Cat in the Hat/3rd Monkey
Michael Höfner: Horton the Elephant
Peter Neustifter: Mr. Mayor/1st Monkey
Thomas Poms: General Genghis Khan Schmitz/2nd Monkey
Eva Prenner: Mrs. Mayor
Julia Wenig: Gertrude McFuzz
sowie:
1. Jahrgang: Melanie Böhm, Clara Karzel, Michael Mayer, Johanna Mucha, Tiziana Turano, Michà¨le Blättler
2. Jahrgang: Claudia Artner, Franziska Fröhlich, Peter Knauder, Angelika Ratej, Anetta Szabo, Judith Jandl
Martin Bruny am Montag, den
18. April 2011 um 14:05 · gespeichert in Musical
Das Stadtheater Klagenfurt präsentierte heute seinen Spielplan für die Saison 2011/12. Mit dabei am Musicalsektor Klassiker wie “West Side Story” und “My Fair Lady”. Und die österreichische Erstaufführung des Musicals “King Kong” von Paul Graham Brown. Es spielen Bettina Mönch, Dominik Hees und Christof Messner.
Paul Graham Brown und James Edward Lyons haben den Kampf der Kulturen aufgenommen – den Kampf zwischen Mensch und Menschenaffe, Prähistorie und Moderne, Liebe und Hoffnung, zartem Schönen und gewaltig Monströsem, sicher Geglaubtem und Ungeahntem. In ihrem Musical “King Kong”, nach dem Abenteuerroman von Delos W. Lovelace der dreißiger Jahre, lassen sie drei Darsteller und einen Musiker auf King Kong treffen.
Vom Ehrgeiz zerfressen und besessen vom Drang, die Welt – wenigstens in Bildern – zu erobern, fährt der Abenteurer Carl Denham bis ans Ende der Welt. Er zieht dabei die erfolglose Schauspielerin Ann Darrow und den zynischen Aussteiger Jack Driscoll in seinen Bann. Die Reise wird zu einer emotionalen und gefährlichen Odyssee, nicht nur für die drei der Gattung homo sapiens, sondern auch für King Kong, der sich in Ann verliebt. Das sicher geglaubte Rollenverhalten der beiden
Männer gerät dadurch ins Wanken. Carl Denham und Jack Driscoll kämpfen nun nicht nur mehr gegeneinander um Anns Liebe. Kong wird auch hier zum ungleichen Gegner. Ann erlebt mit ihm zum ersten Mal so etwas wie Vertrautheit. Er zwingt die drei Eindringlinge, sich mit ihrer eigenen Natur zu konfrontieren, und wird zum Katalysator ihrer Ängste und Aggressionen, aber auch ihrer Möglichkeiten und Hoffnungen.
King Kong
Musical von Paul Graham Brown
nach dem Roman von Delos W. Lovelace
Deutsche Fassung von Edward Lyons
Musikalische Leitung: Jeff Frohner
Regie: Nicole Claudia Weber
Bühne und Kostüme: Judith Leihkauf, Karl Fehringer
Dramaturgie: Sylvia Brandl
My Fair Lady
Musical nach Bernard Shaws “Pygmalion” und dem Film von Gabriel Pascal
Buch und Liedtexte: Alan Jay Lerner
Musik: Frederick Loewe
Deutsch von Robert Gilbert
Wiener Fassung von Gerhard Bronner
Musikalische Leitung: John Owen Edwards
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreographie: Karl Alfred Schreiner
Bühne: Rainer Sinell
Kostüme: Marie-Luise Walek
Choreinstudierung: Günter Wallner
Dramaturgie: Sylvia Brandl
Cast
Lotte Ledl, Hanne Rohrer, Nicole Claudia Weber, Nadine Zeintl, Stefan Bischoff, Gerhard Ernst, Matthias Freihof, Christof Messner, Hannes Muik, Rudolf Zollner u. a.
Chor des Stadttheaters Klagenfurt
Kärntner Sinfonieorchester
Premiere: 4. Dezember 2011
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West Side Story
Musical in zwei Akten
Nach einer Idee von Jerome Robbins
Buch: Arthur Laurents
Musik: Leonard Bernstein
Gesangstexte: Stephen Sondheim
Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald
Die Uraufführung wurde inszeniert und choreographiert von Jerome Robbins
Original Broadway Produktion von Robert E. Griffith und Harold S. Prince nach Übereinkunft mit Roger L. Stevens
Musikalische Leitung: Peter Marschik
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreographie und szenische Umsetzung: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne: Rainer Sinell
Kostüme: Bettina Breitenecker
Dramaturgie: Heiko Cullmann
Cast
Anna Montanaro, Katja Reichert, Nadine Zeintl, Frank Berg, Michael Duregger, Wolfgang Kraßnitzer, Peter Lesiak, Hannes Muik, Daniel Prohaska, Christian Schleinzer,
Andreas Wanasek, Erwin Windegger u. a.
Kärntner Sinfonieorchester
In deutscher Sprache mit englischen Songtexten
Premiere: 29. März 2012
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Der Gestiefelte Kater
Weiters am Spielplan: “Der Gestiefelte Kater”, ein Schauspiel mit Musik von Jan Demuth, frei nach den Gebrüdern Grimm. Die Musik komponierte Jeff Frohner - ein Auftragswerk des Stadttheaters Klagenfurt.
Es spielen: Sophie Aujesky, Zeynep Buyrac, Emanuel Fellmer,
Tino Leo, Matthias Schlüter, Peter Windhofer u. a.
Regie: Nicole Claudia Weber
Musikalische Leitung: Jeff Frohner
Choreographie: Philip Ranson
Bühne und Kostüme: Judith Leikauf, Karl Fehringer
Dramaturgie: Sylvia Brandl
Premiere: 12. November 2011
Martin Bruny am Montag, den
18. April 2011 um 13:22 · gespeichert in Absurditäten
25 Jahre ist es her, auf den Tag genau, dass Andrew Lloyd Webbers Musical “Cats” seine Deutschland-Premiere erlebte. Man sollte meinen, dass Musical-Spezialisten aber auch wissen, dass zum damaligen Zeitpunkt ebendiese Show bereits lange Zeit äußerst erfolgreich in Wien lief. Dass sich der damalige deutsche Produzent nicht eine Show “vom West End” geholt hat, liegt auf der Hand. Es sei denn, die tektonischen Gegebenheiten waren damals derart anders, dass Wien in einem abgelegenen Territorium in Grönland ab 1983 beheimatet war, von dem man in Deutschland naturgemäß nichts mitbekam. Nur so kann man die Aussage von Andreas Luketa nachvollziehen, man habe sich damals “auf ein unerforschtes Territorium gewagt, denn hier in Deutschland, im Gegensatz zu New York und London, gab es ja noch keine Musicalkultur in diesem Sinne.” Dass “Cats” auch im deutschsprachigen Raum funktioniert, hat Peter Weck bewiesen, und heute, 25 Jahre beziehungsweise 28 Jahre danach, wird es Zeit, mit dem Unsinn, Friedrich Kurz habe ein Musical vom West End geholt, aufzuhören.
Martin Bruny am Montag, den
18. April 2011 um 11:51 · gespeichert in Musical, Broadway
Am 17. April 2011 fand im Marquis Theatre die Broadway-Premiere von Frank Wildhorns Musical “Wonderland” statt. Die Kritiken sind wie üblich wenige Stunden später erschienen. Würde man von “gemischten” Reaktionen sprechen, wäre das wohl fast etwas übertrieben. Jetzt liegt es einzig und allein am Publikum, ob sich “Wonderland” am Broadway durchsetzen kann.
“Wonderland” stands out for its lack of distinction. In this case, Alice is not a young girl but a thirtysomething school teacher who lives in Queens. When this Alice runs out of steam, the authors send their villainous Mad Hatter back home to kidnap Alice’s daughter Chloe. At which point we have Alice and Chloe in Wonderland, the latter handcuffed to a tractor. So much for inventive plotting.
Show marks the first Broadway appearance for composer Wildhorn, who has been juggling a half-dozen musical theater projects over the last decade, since the dead-on-arrival “Dracula” in 2004. Compared to his earlier “Jekyll and Hyde,” “The Scarlet Pimpernel” and “The Civil War,” “Wonderland” — based on a single hearing — seems to have a more interesting score. But a single hearing is enough.
Similarly problematic musicals have been lifted by the ministrations of the cast, but there is little here that is compelling. As Alice, Janet Dacal (”In the Heights”) gives an unengaging performance that matches the level of the material. None of the actors in the assorted anthropomorphic roles stand outs either.
Wonderland is the worst kind of nonsense, the sort that attempts little and achieves less. Turgid with its own emptiness, this unctuously charmless show is proof that nothing from nothing somehow equals less than nothing. Its clone-songs, pop-cultured in the shallowest of Top 40 petri dishes, are all one-touch samples of erstwhile hits, most of them (weirdly) from the nineties. (Boy bands? Marc Anthony? No «ironic†cutaway or wink is too dated for this show—even by Broadway’s forgiving standards. It sounds piped-in from Hell’s very own lite-FM station.) The story, meanwhile, seems designed to frack out any stubbornly sticky soul-matter the music hasn’t already corroded away from your innermost chambers. Nominally a Hook-like revision of the Carroll tales—centering on a harried modern mom named Alice (Janet Dacal) who must travel back to Wonderland to relocate her youthful optimism—the narrative is just an excuse to plant us in a tacky, crass, not-so-vaguely creepy new version of Alice’s fantasy world. This is a «grown-up†Wonderland, which apparently means it’s designed like a mid-budget Miami swing club: The Mad Hatter has been replaced by a similarly chapeau’d villainess (Kate Shindle) in steampunk fetishwear that’s practically still got the Ricky’s receipt hanging from the bustier; the Queen of Hearts has apparently developed a strange ass fixation to go with her axe fixation. (Herewith, a sample of Jack Murphy’s stunningly puny lyrical prowess: «I’m almost never never all quite there / Noblesse oblige—my derriere.â€) Each beloved character has been «updatedâ€: The Cheshire Cat (Jose Llana), now called «Che,†is now a Latin-pop star with a rim-spinning hoopty and Ricky Martin-era song stylings. (Again: I use the word «updated†loosely.) The Caterpillar (E. Clayton Cornelius) calls himself «Puff Caddy.†Hilarious, no? (I stress: The performers are doing all they can to save this stuff. It’s just not saveable.)
If Sondheim has demonstrated the wit, sophistication and dramatic artistry to which musical theater can rise, “Wonderland,” which recklessly opened Sunday at the Marquis Theatre, reveals the appalling depths to which it can fall.
Not to put too fine a point on it, but the show is awful in every way.
Alice is grown up in «Wonderland,†a hummable, cheerful Broadway fairy tale best suited to kids and their parents.
While the new musical’s characters are based on Lewis Carroll’s 1865 «Alice’s Adventures in Wonderland,†the plot recalls «The Wizard of Oz.†The cast is appealing, the costumes and choreography are inventive and the score, by Frank Wildhorn and Jack Murphy, is easy on the ears.
Adult entertainment it isn’t, notwithstanding a reference to the mad Tea Party and musical snippets of «Gypsy†and other shows.
There’s potential to make the story here sing, but both its pop score and pop psychology end up sounding trite.
And another issue, which grows curiouser: Where’s the wonder in Wonderland?
Part of the problem is the story’s mishmash of directions, as if it was made by committee. Is it for children? Then why are there so many references to heads being cut off and enslavement and executions? If it’s for adults, then what’s with the often insipid dialogue? For both? Then neither walk away satisfied, despite the references to bootylicious and “South Pacific.”
“Wonderland” doesn’t know whether it wants to be a fairy tale or a rock opera or a trippy joke or a cartoon. The show, which had an extensive pre-Broadway stop in Tampa, Fla., proves that even out-of-town tryouts can’t always help something that is unsound.
Associated Press
The book by Gregory Boyd and Jack Murphy is a jumble of competing ideas thrown on stage in desperate hope that something will stick. Songs by Frank Wildhorn (”Jekyll & Hyde”) and Murphy are too inconsistent, derivative and often wallowing in unintended self-parody. What would the Queen of Hearts say? Off with their heads!
His lumbering period pieces have notched up some of the most consistently scalding reviews of any seasoned Broadway composer, but Frank Wildhorn keeps coming back, like indigestion. It would be gratifying to report that his latest musical, Wonderland, deserves a warmer welcome, but this clumsy Lewis Carroll update shuffles bland ‘80s pop imitations and third-rate show tunes to minimal effect.
St. Petersburg Times
Eventually, a lot of the elements familiar to veteran Wonderland watchers turn up again in this latest incarnation, but Wildhorn and his collaborators — director Gregory Boyd and lyricist Jack Murphy, both credited with the book — have failed to bring a little coherence to the story. Some of the changes work, some of them don’t, but many seem so arbitrary that you wonder what the point could ever be.
There’s a lot of talk about time in “Wonderland.” There’s also so much laborious exposition and overexplaining, you’d think this flat new Broadway musical was inspired not by Lewis Carroll, but by Stephen Hawking.
This show clearly casts a wide net, but it also takes family-friendliness as a license to be simplistic. Come on, “Wonderland,” test us — we’re smarter than you think.
Entertainment Weekly
Considering the massive success of the Broadway juggernaut Wicked, it’s actually quite surprising that someone took seven years to hatch a musical update of Lewis Carroll’s Alice in Wonderland — a fairytale that appeals to children and adults, an age-old story that crosses all language barriers (perfect for non-English-speaking ticket buyers!), a colorful storybook setting that possesses unlimited visual potential. Yet Wonderland is no Wicked; it’s actually a crashing bore, from its clunky New York City-set beginning to its cliched happily-ever-after finish.
Lead Janet Dacal can deliver a sing, dance with fluidity and has a flair for comedy. She is a captivating charmer as Alice, a harried wife and mother who goes on a symbolic journey into her imagination (which happens be in the basement of her apartment building).
She’s an aspiring writer who has split with her husband much to the dismay of her daughter Chloe, played by Carly Rose Sonenclar who has an amazing voice for her age – or any age.
Darren Ritchie as her imaginary hero and husband Jack still gets laughs and applause for the boy band number “One Knight.” He joins forces with a bluesy caterpillar (E. Clayton Cornelious) and goofy cat El Gato (Jose Llana) to help Alice get through Wonderland.
But she must deal with a chop-happy Queen (Karen Mason) and a wicked Mad Hatter (Kate Shindle). All of the key characters have impressive turns at songs written for them by composer Frank Wildhorn and lyrics by Jack Murphy.
Martin Bruny am Montag, den
18. April 2011 um 00:24 · gespeichert in Absurditäten
Das MuseumsQuartier Wien schlittert von einem Fettnäpfchen ins andere. Vor ein paar Wochen wurde die von einem Fan gestaltete Facebook-Fansite für das MQ vom MQ übernommen, mit 25.000 Kontakten für lau. Als Gegenleistung bot man ein mit “Abstrusitäten” gefülltes MQ-Täschchen an und ein Ein-Jahres-Abo für Emil Tschinderassa oder für sonst etwas im MQ. In ellenlangen Dokumentationen versuchte man zu argumentieren, wie recht man doch habe, das zu tun, nämlich 25.000 Kontakte einfach zu übernehmen und alle Inhalte der Fansite zu löschen. Allein, niemand, außer einigen wenigen selbsternannten SocialMedia-Heroes, konnte und wollte die Vorgehensweise des Marketingteams des MQ begreifen.
Mittlerweile ist auf dem Facebook-Profil des MQ wieder Totenstille eingekehrt und die Damen des Marketingteams tüfteln vielleicht schon an der schwierigen Aufgabe, wie man die schiache Farbe der Enzos, Enzis oder wie sie sonst ihre Plastiksesseln im MQ nennen, 2012 noch toppen könnte.
Ein wenig stört die Siesta ein neuer “Konflikt” im MQ, diesmal geht es um Bewegungskunst. Welche Art von Bewegungskunst ist gemeint? Nun, es handelt sich um Parkour, Freerunning, Tricking und Akrobatik. Zwar warb das MQ selbst mit Handstand-Sujets, als es darum ging, abzustimmen, welche hässliche Farbe die Sesseln im MQ bekommen sollten, doch geht es um die Frage, ob man denn diese Art der künstlerischen Betätigung im MQ auch ausüben darf, lautet die offizielle Haltung des MQ wie folgt:
Lieber XXX, wie du bereits vermutet hast handelt es sich hier tätsächlich um eine Haftungsfrage. Das MQ ist Privatgrund mit öffentlichem Durchgangsrecht und hat eine sogenannte »Verkehrssicherungspflicht« – dh wir haben die Verpflichtung dafür zu sorgen, daß keine BesucherInnen zu Schaden kommen. Aufgrund der großen Besucherzahl gibt es daher ein generelles Verbot von Radfahren, Inline Skaten, Skateboarden und – leider – auch für Parkour/Freerunning im MQ Areal. Wir bitten im Sinne der Sicherheit um euer Verständnis.
Sicher hat das MQ recht! Allein wenn man ins AKH kommt, ist die Notambulanz zum Brechen voll mit armen Menschen, die von Freerunnern über den Haufen gerannt wurden. Die Frage ist, wieso wirbt das MQ mit einem Handstand-Sujet?
Also Achtung: Wer bei einem Handstand erwischt wird, wird erleben, was die Freiheit der Bewegungskunst im MQ bedeutet.
Martin Bruny am Sonntag, den
17. April 2011 um 09:44 · gespeichert in Musical
Frank Wildhorn ist jemand, der macht glücklich, und zwar nicht nur das Publikum, sondern auch die Sänger. Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der das sagt. Frank Wildhorn schreibt so, dass man das Gefühl hat, man hat Gold in die Kehle geschissen bekommen. Man singt es und man fühlt sich wirklich so, als ob man auf einen Schlitten aufspringt und gen Himmel fliegt. Das ist ganz großartig, was dieser Mann schreibt. [”If I Sing”, Theater Akzent, 16. April 2011]
Martin Bruny am Samstag, den
16. April 2011 um 22:44 · gespeichert in Pop, Tonträger
Das Zauberwort “Limited Edition” ist wieder im Spiel. “Limited” - alles im Leben ist limitiert, sogar das Leben selbst. Eine Buchauflage ist limitiert, nein, jede Buchauflage ist limitiert, eine CD-Auflage ebenfalls. Doch “Limited Edition” ist für Händler das Zauberwort, noch ein paar Euro mehr draufschlagen zu können. Wer also dieser Tage im Internet bei dem einen oder anderen Online-Händler, ohne Namen zu nennen, im Zusammenhang mit der CD “Mondrean BOOT/cut” von einer “Limited Edition” liest, sollte das Ganze nicht allzu ernst nehmen. Die CD ist in Wien im Mondrean-Shop in der Dorotheergasse im ersten Bezirk um 25 Euro erhältlich und beinhaltet unter anderem beziehungsweise vor allem einen neuen Song von Uwe Kröger.
Krögers Version des George & Ira Gershwin Evergreens “They Can’t Take That Away From Me” ist mit Sicherheit das beste, das in den letzten Jahren von ihm auf Tonträger erschienen ist. Eine groovige Club-Version, ein großartiges Arrangement von Ludwig Coss und Martin Böhm.
Keyboards: Ludwig Cos
Additional Keyboards: Martin Böhm
Saxophon: Sà¡ndor Rigà³
Rhythm Programming: Ludwig Cos, Martin Böhm
Produktion: MG-Sound Studios
Früher hätte man bei einem solchen Song von einem sicheren Sommerhit gesprochen, dazu müsste man ihn natürlich erst einmal als Single veröffentlichen.
Martin Bruny am Samstag, den
16. April 2011 um 13:39 · gespeichert in Tonträger
Am 27. Juni 2010 verabschiedete sich Caspar Richter, der Musikalische Direktor der Vereinigten Bühnen Wien, mit einem Musicalkonzert von seinem Publikum. Ab dem 26. April 2011 wird ein Mitschnitt von Teilen des Konzerts als CD im Handel erhältlich sein.
Bei der Abfolge hat man sich etwas rumgespielt, einige Nummern wurden nicht auf die CD genommen, wie beispielsweise “Das Phantom der Oper” (Lisa Antoni & Thomas Borchert), “Ich gehör nur mir” (Carin Filipcic), “Die Schöne und das Biest” (Carin Filipcic, Lisa Antoni), “Mörder” (Ensemble) und “Die Welt ist völlig irr” aus “Jekyll & Hyde” (Thomas Borchert), “Conga” (Instr.) und “Lonely Town” (Thomas Borchert), “I Can Cook Too” (Carin Filipcic), “Rebecca” (Carin Filipcic, Lisa Antoni), “Vertrau in uns” aus “Rudolf”, gesungen von Lisa Antoni.
Auffallend: Alle Songs von Frank Wildhorn wurden gestrichen, 8 der 24 Tracks stammen von Levay/Kunze. Aus der Ära Zechner stammen 3 Songs, aus “Rebecca” und “Romeo & Julia”.
Infos zum Konzert gibt es –> hier
Infos zur CD gibt es –> hier
Ebenfalls neu auf CD und ab 26. April 2011 erhältlich: eine “Wildhorn Edition - Sing along”-CD, eingespielt vom Orchester des Budapester Operettenhauses, mit Songs aus “Dracula” und “Der Graf vom Monte Christo”.
Infos zu dieser CD gibt es –> hier