Martin Bruny am Donnerstag, den
7. Juli 2011 um 20:25 · gespeichert in Literatur, TV, Sprache
Der Bachmannpreis lebt auch, und für manche zu einem Großteil, von den oft spannenden Diskussionen der Juroren über die vorgetragenen Texte. In den letzten Jahren wurde nicht nur der Termin des Bachmannpreises laufend hin und her geschoben, weil mal eine Fußball-WM im Weg war, dann wieder sonstige Veranstaltungen, es wurde auch die Lese- und Sendezeit verkürzt.
2011 nun ist man scheinbar an einem Tiefpunkt der Diskussionskultur angekommen. Nicht nur, dass sich die Moderatorin Clarissa Stadler auch inhaltlich in die Diskussionen einbringt, was völlig entbehrlich ist, sie drängt auch ständig darauf, die Beiträge zu kürzen, die Diskussionen knapp zu halten. Sie verleiht der gesamten Veranstaltung etwas Gehetztes, was ganz und gar nicht zum Bachmannpreis passt. Morgen: Tag 2 des Lesens –> hier.
Listen zu erstellen, ist eine feine Sache. Man kann das nach gut überlegten Kriterien machen oder gänzlich sinnfrei, als Anregung oder im Sinne eines Rankings. Und man kann es auch so machen wie das deutsche Magazin “Focus”, nämlich völlig sinnfrei. Sinnfrei warum? Sinnfrei aufgrund der Kriterien, die dazu dienen sollten, die “wichtigsten Autoren des deutschen Sprachraums” zu erheben. Es sind dies:
- Buch-Verkaufszahlen (25 Prozent)
- Berichterstattung der Publikumspresse (25 Prozent)
- Präsenz im Fernsehen (20 Prozent)
- Berücksichtigung bei Literaturauszeichnungen (15 Prozent)
- Platzierung in Fachmedien (5 Prozent)
- Platzierung auf Empfehlungslisten (5 Prozent)
- Platzierung im Google-News-Index (5 Prozent)
Ausgewertet wurde der Zeitraum 2005 bis 2010.
Ist es wichtig für die literarische Bedeutung eines Autors, im Fernsehen präsent zu sein? In welche Sendungen wird man Lyriker einladen, wenn sie nicht etwa über Sex mit Ziegen schreiben? Ist es wichtiger, im Fernsehen präsent zu sein als bei literarischen “Wettbewerben” ausgezeichnet zu werden?
Der Focus wundert sich über die Ergebnisse, die man aufgrund dieser Kriterien erhalten hat, und schreibt: “Renommierte Großautoren wie Siegfried Lenz, Christa Wolf oder Botho Strauß kommen nur auf hintere Listenplätze – auch weil die Medien über sie inzwischen weniger berichten als zum Beispiel über die Gewinner des Deutschen Buchpreises, Arno Geiger, Uwe Tellkamp oder Julia Franck.” Ist das ausschlaggebend für die generelle Bedeutung eines Autors?
Sascha Lobo, auf Platz 37 gereiht, wundert sich über die völlige Bedeutungslosigkeit dieses Focus-Rankings in der öffentlichen Wahrnehmung. Er schreibt: “Der Print-Focus ermittelte im Juni die 50 wichtigsten deutschsprachigen Autoren, ich bin auf 37. Irre, aber auch -levant. Das mediale Echo war 0. Es wurde nirgends erwähnt, keiner meiner 2149 Alerts ging los. Vielleicht sollte der Focus an seiner Resonanz feilen.”
Nein, man sollte lieber an der Auswahl der Kriterien feilen!
01 GÜNTER GRASS
02 MARTIN WALSER
03 HERTA MÜLLER
04 CORNELIA FUNK
05 PETER HANDKE
06 ELFRIEDE JELINEK
07 DANIEL KEHLMANN
08 MARTIN MOSEBACH
09 HANS MAGNUS ENZENSBERGER
10 INGO SCHULZE
11 ILIJA TROJANOW
12 RAOUL SCHROTT
13 PETER SCHNEIDER
14 WILHELM GENAZINO
15 ARNO GEIGER
16 GEORG KLEIN
17 FRANK SCHÄTZING
18 HANNS-JOSEF ORTHEIL
19 JULI ZEH
20 UWE TELLKAMP
21 FERDINAND VON SCHIRACH
22 MICHAEL KRÜGER
23 JULIA FRANCK
24 UWE TIMM
25 MORITZ RINKE
26 KAREN DUVE
27 WOLF HAAS
28 PETER STAMM
29 KATJA LANGE-MÜLLER
30 DURS GRÜNBEIN
31 WLADIMIR KAMINER
32 BRIGITTE KRONAUER
33 FERIDUN ZAIMOGLU
34 ELKE HEIDENREICH
35 KATHRIN SCHMIDT
36 JULIA SCHOCH
37 SASCHA LOBO
38 BERNHARD SCHLINK
39 SIBYLLE LEWITSCHAROFF
40 WALTER KAPPACHER
41 MAXIM BILLER
42 ALEXANDER KLUGE
43 CHRISTOPH HEIN
44 SIEGFRIED LENZ
45 CHRISTA WOLF
46 FRIEDRICH CHRISTIAN DELIUS
47 HANS CHRISTOPH BUCH
48 JANA HENSEL
49 BOTHO STRAUß
50 THEA DORN
Martin Bruny am Montag, den
4. Juli 2011 um 02:00 · gespeichert in Musical, Wien
Fünf Mal ging die Konzertserie “Musical Unplugged” in den letzten Jahren in wechselnder Besetzung bereits über die Bühne. “Musical Unplugged 6″ findet am 27. September 2011 (Beginn: 19:30 Uhr) in der Neuen Burg Perchtoldsdorf statt.
Diesmal auf der Bühne: Stefan Bischoff, Luc Devens, Andreas Guganeder, Christof Messner, Peter Neustifter, Martin Pasching, Florian C. Reithner, Florian Schützenhofer und Jakob Semotan.
Das Programm der “Musical Unplugged”-Shows bietet unter anderem Hits von hierzulande als Klassiker geltenden Musicals wie zum Beispiel “Elisabeth”, “Mozart!” oder “Tanz der Vampire” bis hin zu Werken von Frank Wildhorn, Stephen Schwartz oder Jeanine Tesori. Mit dabei auch (Austro-)Pop-Klassiker und Abstecher in Klassik und Schlager, serviert mitunter mit einer gehörigen Portion Ironie.
Die Tickets zu “Musical Unplugged 6″ sind seit 1. Juli 2011 im Verkauf.
Martin Bruny am Freitag, den
1. Juli 2011 um 00:17 · gespeichert in Musical, Wien
… und man ihn ständig gefragt hätte, ob er denn nicht vorhabe, wieder zum ORF zu wechseln, hätte er wohl eine “notarielle Beglaubigung” angeboten, in der er festgehalten hätte, nie in seinem ganzen Leben mehr zum ORF zu wechseln. Wenn er das denn auch tatsächlich nicht vorgehabt hätte.
Der verstorbene Bürgermeister wählte in einem vergleichbaren Fall diese Vorgangsweise: Zilk ließ sich 1988 »notariell beglaubigen«, dass er kein weiteres politisches Amt anstrebe. Zilk wollte Spekulationen über eine Kandidatur als Bundespräsident oder SPÖ-Chef vorbeugen. Hätte Zilk aber Lust bekommen zu kandidieren, hätte ihm das niemand verwehren können.
Anders ist das im Fall Kathrin Zechner. Hier berichtet der KURIER:
Apropos: Das Wort ORF nimmt Zechner nicht in den Mund. Auch nicht auf mehrmaliges Fragen nach ihren Zukunftsplänen: “Ich will ,Little Big Voice’ auf die Bühne bringen - mit tollen Leuten, die man noch nicht kennt. Außerdem laufen ab September ,Woyzeck & Tiger Lillies’ und ,Sister Act’. Ich habe ein spannendes und anstrengendes, aber erfülltes VBW-Leben.”
Bis 9. August 2011 dürfte sich die Sache wohl vorläufig geklärt haben. Dann sind die ORF-Wahlen entschieden.
Martin Bruny am Montag, den
13. Juni 2011 um 00:36 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
28. Juli 2011
20:45
bis
22:45
Es war einer der legendärsten Wiener Theaterskandale, die Uraufführung von Peter Turrinis “Rozznjogd” 1971 am Wiener Volkstheater. Eine Uraufführung, die für den Autor den Durchbruch bedeutete.
Angesetzt war am Premierenabend ein Doppelpack an Aufregerstücken: Turrinis “Rozznjogd” als 1. Akt des Skandals, die deutschsprachige Erstaufführung von Willi Pevnys “Sprintorgasmik” als sozusagen 2. Akt des legendären Abends.
Nach Turrinis Stück hatte sich der Zuschauerraum des Wiener Volkstheaters schon sichtlich geleert, bei “Sprintorgasmik” aber kam es zu wilden Schreiduellen und Handgreiflichkeiten - ein Abbruch des Schauspielabends war unumgänglich.
Dieses prägende Erlebnis machte Peter Turrini und Willi Pevny zu Arbeitspartnern. Das Resultat: ein Stück Fernsehgeschichte: “Die Alpensaga”.
Wenn Peter Turrinis “Rozznjogd” 2011 im Kärntner Maria Saal aufgeführt wird, so kann man sicher sein, dass Schlägereien und Schreiduelle wohl ausbleiben. Was bleibt, ist ein Stück Theatergeschichte, ein auch heute noch fesselndes Theaterstück.
In Maria Saal ist die “Rozznjogd” von 28. bis 30. Juli und von 4. bis 6. August 2011 im TOFFhof/Gasthof zur Post zu sehen. Es spielen Sabine Kranzelbinder (Sie) und Markus Schöttl (Er). Die Regie hat Johannes Hanel übernommen, die Dramaturgie Markus Schöttl. Produktion & Technik: Stefan Schweiger. Bühne: Markus Schöttl und Johannes Hanel.
Rozznjogd
28./29./30. Juli 2011
4./5./6. August 2011
Beginn jeweils 20:45
TOFFhof – Gasthof zur Post
Haupstraße 1
9063 Maria Saal
Bei Schlechtwetter findet die Vorstellung im Gewölbe statt.
Kartenpreise: 18€|10€ (ermäßigt)
Tickets unter 04223/29079
sowie in Kürze bei allen Vorverkaufsstellen von Trigonale & Kultur.Raum.Dorf
Martin Bruny am Sonntag, den
22. Mai 2011 um 23:00 · gespeichert in Musical, Event-Tipps
13. Juli 2011
19:30
bis
21:30
Wie schön es doch im Märchen sein kann: Der Prinz küsst das Schneewittchen, rettet ihr das Leben, und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute. So romantisch kann die Liebe sein!
Niemand erzählt uns aber, wie es dann weitergeht. Denn nun schlägt sich Schneewittchen mit einer anstrengenden Schwiegermutter herum, fadisiert sich mit einem langweiligen Prinzen und stöhnt unter der Eintönigkeit des Ehealltags. Und so treibt sie die Sehnsucht zurück in den Wald. Dort begegnet sie dem Wolf im Schafspelz, einem verführerischen Fliegenpilz und dem lange herbeigesehnten 8. Zwerg. Und vorbei ist es mit Unschuld und Treue bis in den Tod.
Nach dem »Jedermann in Wien« nimmt das Ensemble von “Stegreif Reloaded” die Grimm´schen Märchen genauer unter die Lupe.
Idee und Bearbeitung: Susanne Draxler, Helmuth Vavra und Berthold Foeger
Kostüm: Beatrice Radlinger
Regieassistenz: Angelina Tichy
Mit Albert ALEL Kessler, Eva D., Petra Kreuzer, Thomas Schreiweis und Valentina Kratochwil
Termine
13. Juli 2011 Premiere
20. Juli 2011
03. August 2011
10. August 2011
17. August 2011
31. August 2011
(Beginn: Jeweils 19:30)
Martin Bruny am Dienstag, den
10. Mai 2011 um 19:19 · gespeichert in Musical, Event-Tipps
8. Juli 2011
19:30
bis
22:30
Am 8. Juli 2011 findet in Gutenstein im Rahmen der Festspiele die Premiere des Musicals “Egon Schiele - Psychodrama eines verkannten Genies” statt. Mittlerweile sind die Daten zu Leading Team und Cast bekannt.
Leading Team
Musik: Gerald Gratzer
Buch und Lyrics: Sissi Gruber, Birgit Nawrata und Niki Neuspiel
Inszenierung: Dean Welterlen
Choreographie: Cedric Lee Bradley
Bühnenbild und Kostüme: Eduard Neversal und Uschi Heinzl
Cast
Markus Neugebauer: Julian Winter
Franziska Schuster: Wally Neuzil
Sabine Neibersch: Dr. Sarah Schumann
Dean Welterlen: Dr. Andris Kurz-Niemeyr und Prof. Griepenkerl
Hari Baumgartner: Peter Boneder
Thomas Strobl: Walter Novak und Gustav Klimt
In weiten Rollen: Stefan Bischoff, Franziska Fröhlich, Nadine Gabriel, Manuela Gager, Markus Hareter, Regina Mallinger, Andreas Wanasek und Carla Weissmann
Das Musical folgt dem Leben Schieles in einem in der Gegenwart spielenden Handlungsbogen, der einen facettenreichen Zugang und eine aktuelle Sprache in Wort und Musik ermöglicht. So entsteht ein mit Mystery- und Thriller-Elementen dicht gewobenes, kraftvolles Portrait eines jugendlichen »Anti-Helden«.
Die rockig-poppige Musik und das moderne Bühnenbild greifen expressionistische Elemente auf und zeigen ein spannendes »Seelenbild« eines außergewöhnlichen Menschen in seiner außergewöhnlichen Welt.
Martin Bruny am Mittwoch, den
13. April 2011 um 13:20 · gespeichert in Musical, Event-Tipps
8. Juli 2011
20:00
bis
22:00
Im Rahmen der Sommerspiele Stockerau findet am 8. Juli 2011 (Beginn: 20 Uhr) die Uraufführung des Gospel-Musicals “Jordan” auf der Festspielbühne in Stockerau statt. Eine zweite Aufführung der Show geht am 9. Juli ebenda über die Bühne.
Details zum Inhalt des Musicals finden sich –> hier.
Tickets zum Preis von 25 Euro bzw. 12,50 Euro (für Jugendliche bis 18 Jahren) sind ab sofort erhältlich:
- Kulturamt der Stadt Stockerau, 2000 Stockerau, Rathausplatz 1, Telefon: 02266 / 67689
- In allen Raiffeisenbanken
- Auf www.ticketbox.at
- Über OE-Ticket, Tel.: 01/96096
- Reservierung auch per E-Mail an tickets@mmz.at
Leading Team
Stefanie D. Kuschill: Buch/Regie
Norbert Hofer: Künstlerische Leitung Adrian C. Gaspar: Musikalische Leitung
Susanne Radinger: Choreographie
Anita Horn: Vocalcoaching
Petra Langer: Regieassistenz
Martin Ginner: Ausstattung/Technik
Cast
Stefan Terdy: Jordan Ritter
Tanja Petrasek: Sophie Bell
Lena Brandt: Lena Ritter
Susanne Radinger: Charlotte Kain
Alex Bechtloff: Felix Levi
Wolfgang Krippl: Abe
Judy Archer: Raffael
Maggie A. Zahn: Ezrael
Sebastian Brandmeir: Samael
Christian Böhm: Adam David
Jana Nagy: Andi
Beatrice Forler: Kathy
Martina Lechner: Luise
Rupert Preißler: Stephà¡n
Die gute Seite: Monika Hoschtalek, Philipp Kreinbucher, Andrea Ott, Horst Schirmbrand
Die böse Seite: Angelika Erlacher, Christian Graf, Denise Jastraunig, Julia Preglau
Die Band: Adrian Gaspar Orchestra